Verlag Blaues Schloss Marburg

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Vom Porträt bis zur Landschaft

Lothar Hoischen (1935-2001)
Mathematiker und Maler

Lothar Hoischen wurde am 22.11.1935 in Rüthen/Möhne geboren. Schon früh zeigte sich eine naturwissenschaftliche und eine zeichnerische Begabung.

Von 1955 1960 studierte er an der Philipps-Universität Marburg. Er wechselte dann an die Justus-Liebig-Universität Gießen, an der er über 35 Jahre als Hochschullehrer tätig war.

Schon während seines Studiums und später neben der Berufstätigkeit belegte er Kurse am Institut für Malerei und Grafik in Marburg. Es entstanden Arbeiten in den Techniken Lithografie, Radierung, Porträt-und Aktzeichnen. Einen Schwerpunkt bildeten die Radierungen, die er im eigenen Atelier bearbeitete und druckte.

Lothar Hoischens überaus großes Interesse galt aber der Natur und der Landschaft. Die großformatigen Ölbilder, die alle vor dem Motiv entstanden sind, zeugen von starkem Farb- und Formempfinden und von seiner Fähigkeit, Natur intensiv zu erleben und expressiv umzusetzen.

 

Begrüßung durch Frau Fassold-Luttropp

 

"Ich lade Sie ganz herzlich ein zu unserer 2. Vernissage, einer ganz besonderen Ausstellung, denke ich, die wir heute haben, aber, das werden Sie noch hören. Wir freuen uns sehr, dass Sie so zahlreich gekommen sind, und ich denke, dass wir einen interessanten, unterhaltsamen, künstlerisch sehr wertvollen Abend haben werden. Vielen Dank für Ihren Besuch."

 

 

 

Einführung in die Malerei
von Lothar Hoischen

Ludwig Legge

"Herzlich willkommen zu dieser Ausstellung, Es war ein Wunsch von Frau Gisela Hoischen, dass ich einige einführende Worte sage. Das hat seinen Grund. Der Grund war, Sie werden es nicht ahnen bei einem Mathematikprofessor, der Fußball. Wir waren beide begeisterte Fußballanhänger und Fernseh-Seher. Ich bin dadurch Lothar Hoischen nähergekommen. Er war im weiteren Sinn ja mein Nachbar. Und natürlich habe ich seit einem bestimmten Zeitpunkt mitbekommen, dass er malerisch tätig war. Wie weit das gegangen ist, habe ich erst im Laufe der Zeit erfahren.

Ich freue mich sehr, dass Frau Hoischen den Mut gehabt hat, die Ausstellung zu machen. Denn bis dahin gab es den Maler Hoischen in der Öffentlichkeit nicht. Und das wäre, wie sie jetzt selber beurteilen können, sehr schade gewesen.

Meine Damen und Herren, die besondere Struktur und Malweise von Lothar Hoischen ergibt sich ganz einfach aus dem Material. Er hat nämlich nicht auf Leinwand gemalt, sondern auf Stoff, den Sie nicht vermuten, auf Jute. Jute ist natürlich ein sehr saugfähiges Material, das heißt, er musste grundieren mit Schellack. Das hat mir seine Frau verraten, mit der er oft im Freien war, denn Lothar Hoischen war Pleinairmaler. Er stand vor der Landschaft und in der Landschaft. Jute ist wie gesagt sehr saugfähig und wie ich mich inzwischen kundig gemacht habe, hat er mit Öl gemalt, aber diese Ölfarbe noch einmal verdünnt. Das ist vielleicht auch wichtig.

Sie haben es schon gesehen, es sind hauptsächlich Landschaften. Es gibt drei Stadtansichten von Gießen, denn er hat eine Zeitlang auch in Gießen gelebt. Es sind Landschaften und da dominieren die Bäume. Lothar Hoischen ist ein expressiver Maler. Man kann als Vorbild van Gogh sehen, aber trotzdem war Hoischen ein eigenständiger Maler. Das können Sie an diesen Formen erkennen und Sie sehen auch die wellenartige Wiedergabe. Daneben Flächen, die er aneinandersetzt. Wenn Sie näher an die Bilder gehen, dann sehen Sie auch, wie die Machart ist. Und es gibt im Schaufenster ein Bild und eines im hinteren Zimmer, an denen Sie sehen können, dass er auf dem Wege zu einer abstrakteren Malerei gewesen ist.

Vielleicht noch ein Wort. Er hat in Marburg studiert, Mathematik von 1955-1960. Übrigens zusammen mit einem Ihnen sicher bekannten Kollegen, der später Unipräsident geworden ist, Herrn Schadt. Aber Hoischen ist nach Gießen gegangen. Dort wurde er später Kollege von Herrn Beutelspacher.

Ich möchten den Damen hier, die dafür verantwortlich sind, das es diese sehr schöne Galerie gibt sehr herzlich gratulieren und viel Erfolg wünschen."

 

Frau Hoischen-Wiesener plant die Herstellung eines Bildkataloges zu den Werken von Lothar Hoischen. Weiteres wird auf der Homepage Verlag Blaues Schloss bekanntgegeben.

Öffnungszeiten der Galerie: Dienstags bis Freitags 15.00 bis 18.00»

 

Oberhessische Presse v. 31.01.2018