Verlag Blaues Schloss Marburg

Das blaue Schloss

 

Detektiv, Flaneur, Dandy - drei mythische Figuren

 

Uni im Café 9
Kaiser, Otto
Martin Heidegger und das einfache Sagen
oder
Denker und Dichter in dürftiger Zeit

Kartoniert 42 Seiten
2 Farb- u. 3 s/w. Abbild.
ISBN 978-3-943556-32-2
Preis 8,30 Euro

 

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Otto Kaiser erzählte:

Nun also sollten wir den hochberühmten und umstrittenen Philosophen selbst sehen und hören, der mit seinem im Herbst 1946 verfassten sprachphilosophischen „Brief über den Humanismus“ eine Anfrage von Sartre nach der ethischen Relevanz seines Denkens beantwortet hatte. In ihm wurde die Sprache als Haus und der Mensch als der Hüter des Seins bezeichnet. Eduard Spranger, der damals ebenfalls in Tübingen lehrte, soll über diese Schrift gesagt haben, dass für sie schon beim späten Hegel ein Plätzchen zu finden sei.

Schon bei dem ersten Satz „Die Sprache spricht. Nicht der Mensch spricht, die Sprache spricht:“ (vgl. USp.11 mit 17), horchten wir gebannt auf: Ist das nicht eine absurde Behauptung? Sprache ist menschliche Rede, und wenn sie in Grammatiken und Wörterbüchern beschrieben wird, ist das eine abgeleitete Form ihrer Grundform im einsamen und gemeinsamen Denken und Sprechen des Einzelnen.

Der seit 1960 an der Universität Marburg lehrende und manchem Bürger der Stadt als Prediger und Vortragender bekannte emeritierte Professor für Altes Testament Dr. Dr. h. c. mult. Otto Kaiser hielt im Rahmen der Neuen Marburger Literarischen Gesellschaft einen Vortrag über Martin Heideggers Philosophie der Sprache.

Otto Kaiser hat 1951 den seiner Zeit berühmten Vortrag über die Sprache gehört und entfaltet im Anschluss an diese denkwürdige Begegnung die Eigenart Heideggers, der seinen Hörern und Lesern dunkle Auskünfte gibt und sie so immer wieder dazu auffordert, ihre eigenen Antworten zu finden.



Bild-KaiserOtto Kaiser, geb. 30.11.1924 in Prenzlau/Uckermark, Sohn eines brandenburgischen Verwaltungsbeamten. 1935-1943 Besuch des Wilhelmsgymnasiums in Eberswalde. 1943-1945 Aktiver Wehrdienst als Sanitätsoffiziersbewerber. Letzter Dienstgrad: Leutnant. 1945/46 Krankenpfleger am Ausweichkrankenhaus der Stadt Hamburg in Bevensen. W.S.1946/47-W.S.1951/52 Studium der Ev. Theologie, Philosophie und Psychologie in Tübingen und Marburg. 1952-1954 Vikar in Balingen/Wttbg: 1954-1958 Hochschul­assistent bei Prof. Artur Weiser, Tübingen. Dort Juli 1956 Promotion und Dezember 1957 Habilitation für Altes Testament. 1958-1960 Diätendozent für AT, Tübingen. 1960-1962 a.o. und 1962-1993 o. Professor für Altes Testament und seine Umwelt, Marburg. Seit 1. April 1993 emeritiert. Zahlreiche Veröffentlichungen auf dem Gebiet des Alten Testaments und der antiken und modernen Geistesgeschichte. Ehrendoktor der Universitäten Jena (1991), Tartu (Dorpat) 1996 und Salzburg (2002). Inhaber der John Burkit Medal for Biblical Studies der British Academy (1991), Träger des BVK 1. Kl. 1989. Korrespondierendes Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaft und Ehrenmitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften  des In- und Auslandes.
Selbstcharakteristik: Geselliger Einzelgänger, Waldgänger, früher Hochgebirgswanderer.

 

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Bild Heidegger

Biographie
Martin Heidegger
(1889 - 1976)


26.09.1889 geboren in Meßkirch/Baden
1895 Besuch der Volks- und Bürgerschule in Meßkirch
1903 Besuch des Heinrich-Suso- Gymnasiums in Konstanz
1906 Besuch des Berthold-Gymnasiums in Freiburg i.Br.
1909 Studium der Theologie und Philosophie u.a. bei Carl Braig
1911 Studium der Philosophie und Naturwissenschaften
1913 Promotion bei Arthur Schneider; Korreferent: Heinrich Rickert ("Die Lehre vom Urteil im Psychologismus")
1914-1918 Militärdienste, u.a. bei militärischer Postüberwachungsstelle Freiburg und bei der Frontwetter- warte 414 (3.Armee)
1915 Habilitation bei Heinrich Rickert ("Die Kategorien und Bedeutungslehre des Duns Scotus")
1917 Eheschließung mit Elfride Petri
1.1.1919 Privatassistent Edmund Husserls
21.1.1919 Geburt des Sohnes Jörg
20.8.1920 Geburt des Sohnes Hermann
9.8.1922 Bezug der Hütte Todtnauberg, gebaut auf Initiative von Elfride Heidegger
1.10.1923 Ordentlicher Professor "ad personam" auf dem außerordentlichen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Marburg
1927 Hauptwerk "Sein und Zeit" erscheint in Halle an der Saale
1.10.1928 Berufung auf das Ordinariat für Philosophie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg als Nachfolger Edmund Husserls
10.5.1930 Ablehnung des ersten Berliner Rufes
21.4.1933 Wahl zum Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
3.5.1933 Eintritt in die NSDAP mit Rückdatierung auf den 1. Mai 1933
30.9.1933 Ablehnung des zweiten Berliner Rufes
1.10.1933 Ernennung zum Rektor durch die badische Landesregierung
Oktober 1933 Ablehnung des Münchner Rufes
Februar 1934 Rücktrittserklärung als Rektor gegenüber dem Minister
Dr. Wacker
27.4.1934 Offizielle Entpflichtung als Rektor durch den Minister Dr. Wacker
Anfang 1935 Aufnahme der Pflegetochter Erika Birle (geb. 1921) in die Familie Heidegger.
November 1944 zum Volkssturm eingezogen, Dezember 1944 entlassen
1946 Lehrverbot durch die französische Besatzungsmacht
1951 Emeritierung
1959 Verleihung der Ehrenbürgerschaft durch die Stadt Meßkirch
26.05.1976 gestorben in Freiburg
28.05.1976 Beisetzung in Meßkirch, Trauerrede von Bernhard Welte in der Friedhofskapelle
11.11.1985 Gründung der Martin-Heidegger-Gesellschaft in Meßkirch