Verlag Blaues Schloss Marburg

Das blaue Schloss

Nachruf

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Otto Kaiser

zum Gedenken. Otto Kaiser war mehrmaliger Gast in der Tafelrunde im Auerbachhaus zu Marburg sowie Autor des Bandes 9, Uni im Café „Martin Heidegger und das einfache Sagen oder Denker und Dichter in dürftiger Zeit“.
Drei Jahrzehnte lang lehrte Otto Kaiser Altes Testament an der Philipps-Universität Marburg; dreimal war er Dekan des Fachbereichs Evangelische Theologie. Über das Alte Testament hinaus war er Kenner des Alten Orients, der Ägypter und der Hellenistischen Kultur. Obgleich hauptsächlich Philologe, beschäftigte er sich auch mit Archäologie, nahm an Ausgrabungen teil und führte auf Bildungsreisen sein Publikum in die griechische Götterwelt ein. Kaiser war ein Professor alten Schlages, vertraut mit Shakespeare, dem deutsche Idealismus, Goethe und Thomas Mann. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte er sich mit Hebräischer Weisheit. Für die Teilnehmer der Tafelrunden des Verlags Blaues Schloss Marburg im Auerbachhaus ist sein Heimgang ein unersetzlicher Verlust. Zugleich sind sie sich darüber bewusst, von ihm reichlich beschenkt worden zu sein. Er starb am 14. 12. 2017 in Marburg.

Otto Kaiser, geb. 30.11.1924 in Prenzlau/Uckermark, Sohn eines brandenburgischen Verwaltungsbeamten. 1935-1943 Besuch des Wilhelmsgymnasiums in Eberswalde. 1943-1945 Aktiver Wehrdienst als Sanitätsoffiziersbewerber. Letzter Dienstgrad: Leutnant. 1945/46 Krankenpfleger am Ausweichkrankenhaus der Stadt Hamburg in Bevensen. W.S.1946/47-W.S.1951/52 Studium der Ev. Theologie, Philosophie und Psychologie in Tübingen und Marburg. 1952-1954 Vikar in Balingen/Wttbg: 1954-1958 Hochschul¬assistent bei Prof. Artur Weiser, Tübingen. Dort Juli 1956 Promotion und Dezember 1957 Habilitation für Altes Testament. 1958-1960 Diätendozent für AT, Tübingen. 1960-1962 a.o. und 1962-1993 o. Professor für Altes Testament und seine Umwelt, Marburg. Seit 1. April 1993 emeritiert. Zahlreiche Veröffentlichungen auf dem Gebiet des Alten Testaments und der antiken und modernen Geistesgeschichte. Ehrendoktor der Universitäten Jena (1991), Tartu (Dorpat) 1996 und Salzburg (2002). Inhaber der John Burkit Medal for Biblical Studies der British Academy (1991), Träger des BVK 1. Kl. 1989. Korrespondierendes Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaft und Ehrenmitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften des In- und Auslandes.

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Sergej Jesin

Ein Freund Marburgs überraschend gestorben

Kurz vor Vollendung seines 82. Lebensjahres ist der russische Schriftsteller Sergej Jesin, langjähriger Rektor des Moskauer Gorki-Instituts für Literatur auf einer Lesereise im weißrussischen Minsk unerwartet verstorben. Sergej Jesin ist Marburg seit ca. 25 Jahren eng verbunden. Schon in den Anfangsjahren seines Rektorats hat er einen Kooperationsvertrag mit der Neuen Literarischen Gesellschaft abgeschlossen und in Moskau unterzeichnet. Er selbst hat vier Mal im Café Vetter gelesen u.a. Ausschnitte aus seinem Marburg-Roman, der gerade übersetzt wird. Er war immer wieder an guten Kontakten mit Marburg interessiert und wurde auch von den ehemaligen Oberbürgermeistern Dietrich Möller und Egon Vaupel empfangen.
Eines seiner Hauptanliegen war die Vorstellung deutscher Autoren in Moskau und russischer Autoren bei uns. In seinen Werken ist er ein genauer Beobachter, der auch die Widersprüchlichkeiten des russischen Lebens im 20. Jahrhundert verarbeitet. So konnten wir Ende Oktober bei seiner letzten Lesung im Café Vetter Zeuge werden, wie der Autor mit den Schicksalen seiner Familie auch sein eigenes Leben beleuchtet hat. Mit Sergej Jesin verliert die NLG, verliert Marburg einen Freund, geschätzten Autor und gerade heute wichtigen Brückenbauer zwischen Deutschland und Rußland.

Neue Literarische Gesellschaft e. V.
20.12. 2107

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Alexandra Pätzold

Mitten in der Erstellung Ihres neuen Buches „Momente“ verstarb überraschend und wörtlich „über Nacht“ die engagierte, aufgeweckte und schlagfertige Marburger Autorin Alexandra Pätzold. Noch kurze Zeit vorher initiierte sie voller Elan eine Lesung aus Ihrem Buch „Augenblicke“ mit Peter Radestock im „Alter Behring-Gutshof“ im Oktober diesen Jahres.
Angehörige, Verwandte, Freunde und Freundinnen erschienen bei der Beerdigung in großer Zahl, um der eigenständigen, kämpferischen und scharfsinnigen Autorin die letzte Ehre zu erweisen. Alexandra Pätzold veröffentliche im Verlag Blaues Schloss den Hardcoverband „Augenblicke - Bilder & Texte“ und sowie den Paperback „46 x Frauenporträts“.

Alexandra Pätzold, geb. 1943, Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Christlichen Archäologie, Ausbilderin für Klientenzentrierte Gesprächsführung/ Klientenzentrierte Beratung Grundstufe, Supervisorin und Coach der GwG - Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e.V., Fachverband für Psychotherapie und Beratung, Köln.

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Peter Steinacker

Peter Steinacker hielt im Sommer 2014 in der Veranstaltungsfolge „Theologie im Paradies“ in Caldern einen Richard-Wagner-Vortrag über „Lohengrin“. Auf Grund seiner zunehmenden Erkrankung konnte die geplante Aufnahme des Vortrages in der „Theologie im Paradies Reihe“ nicht mehr realisiert werden. Im W/S 2014 gab Steinacker den ersten Teil seines Seminars im Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg „Friedrich Nietzsche: Ecce Homo, Christus oder Dionysos? Nietzsches Werk – Autobiografie als Ende seiner Religionskritik – oder Gipfel des Atheismus“. Dieses war Anlass für den Austausch von Schriften und Gesprächen mit dem Verlagsleiter Blaues Schloss u.a. zu Friedrich Nietzsche, Martin Luther und Jakob Böhme. Steinacker nahm an der „Tafelrunde im Auerbachhaus“ am 4. Dezember zum 90. Geburtstag des Alttheologen Otto Kaiser teil. Zum Jahresbeginn 2015 musste Steinacker das Nietzscheseminar aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden. Er starb am 14. April 2015.

Peter Steinacker, geb. 1943 war 1993-2008 Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Honorarprofessur für Systematische Theologie an der Universität Marburg, Lehrauftrag an der Universität Frankfurt. Die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main verlieh ihm die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste um die wissenschaftliche Theologie. Ein besonderer Schwerpunkt Peter Steinackers lag auf der theologischen Deutung des Werkes Richard Wagners.

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Claus Uhlig

Claus Uhlig hatte sich besonders über den Umstand gefreut, dass sein Vortrag im Café Vetter " im März 2012 zum Eröffnungsband der Publikationsreihe „Uni im Café“ wurde. Von ihm ging auch die zentrale Idee aus, das britische Model „Gown and Town“ auch auf die Universitätsstadt Marburg zu übertagen. Seitdem ist die „Uni im Café Reihe“ bei Band 21 angelangt. Claus Uhlig war regelmäßiger und engagierter Gast bei der Tafelrunde im Auerbachhaus und ein Highlight in seinen anregenden Beiträgen.

Claus Uhlig, geboren 1936 in Berlin, † 2015 in Marburg, studierte von 1957 bis 1962 Anglistik, Romanistik und Philosophie an den Universitäten Hamburg, Freiburg/Br. und Montpellier, Frankreich. Nach dem Staatsexamen (1962) erfolgte 1966 in Hamburg die Promotion über Shakespeare, 1972 ebenda die Habilitation im Fach Englische Philologie. Von 1973 bis 1978 bekleidete er eine ordentliche Professur für das genannte Fach in Hamburg, worauf er 1978 einem Ruf auf den Lehrstuhl für Anglistik und Amerikanistik an der Universität Marburg folgte, wo er bis über seine Emeritierung (2005) hinaus unterrichtete. Seine Forschungsschwerpunkte waren die Renaissance, der Humanismus sowie die Theorie der Literatur.

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Volker Benninghoff

Der Marburger Maler Volker Benninghoff (wenn auch aus Hamburg kommend) hatte auf Grund der Hemmung seiner malerischen Aktivitäten durch einen Krankenhausaufenthalt begonnen, seine Autobiografie aufs Papier zu bringen. In den folgenden zwei Jahren hatte er einen Durchlauf durch sein ereignisreiches Leben erstellt, in Form einer eloquenten, den Leser mitbewegenden Biografie. Durch seinen plötzlichen Tod ruhte das fertige Manuskript über zwei Jahre, bis im Jahr 2011 als private Sonderedition der Hardcoberband „Über den Versuch, Absolutes tzu schaffen- Eine Autobiografie“ erstellt und der Marburger Öffentlichkeit im Kunstverein vorgestellt werden konnte. Nach der Verlagsgründung Blaues Schloss wurde das Buch in den Verlag in der Sonderedition, übernommen.

Volker Benninghoff wurde 1921 in Hamburg geboren. Mit fünfundzwanzig Jahren nahm er 1946 das Studium der Malerei und Graphik an der Kunstakademie Hamburg unter Professor Willem Grimm auf. Mit dem Erhalt eines Stipendiums war es ihm möglich, ein Jahr an der Kunstakademie in Stockholm zu verbringen. Sein Abschlusssemester absolvierte er 1950 an der Kunstakademie München. Im Anschluss an sein Studium war Volker Benninghoff zwei Jahre in Hamburg als Maler und Graphiker tätig, illustrierte Zeitungen und erhielt eine Volontärsstelle als Bühnenbildner an den Hamburger Kammerspielen. Doch das Volontariat in Hamburg blieb nur ein kurzes Gastspiel: bereits nach zwei Monaten erhielt Benninghoff sein erstes Stellenangebot und arbeitete daraufhin von 1952 bis 1953 als Bühnenbildner am Cuxhavener Theater. Anschließend setzte er seine bühnenbildnerische Tätigkeit am „Deutschen Schauspielhaus“ und am „Jungen Theater“ in Hamburg fort. 1954 wurde Benninghoff Ausstattungsleiter am „Marburger Schauspiel“, wo er als Bühnenbildner unter anderem an Inszenierungen von Erwin Piscator und Heinz Hilpert beteiligt war. Von 1972 bis 1974 arbeitete er als Regisseur am „Marburger Schauspiel“ und war 1975 geschäftsführender Intendant. In den 80er Jahren drängte es Benninghoff in die Großstadt. Er ging 1983 nach Frankfurt und arbeitete dort am Fritz Remond-Theater. Volker Benninghoff lebte seither in Frankfurt-Höchst.Er starb im September 2009 in Frankfurt.

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Elisabeth Symon

Elisabeth Symon, geboren am 14. Oktober 1952 in Hagen, verbrachte ihre Kindheit in Kassel und den größten Teil ihres Lebens in Marburg, einer Stadt, mit der sie aus romantischen und künstlerischen Gründen sehr verbunden war.
Auch verweilte sie mehrere Jahre in Berlin und nahm die Modernität sowie die künstlerische Tradition dieser Stadt mit der Neugier eines jungen Menschen in sich auf.

Das Buch „Ein Schatten im Rosengarten“ stellt chronologisch einen Teil der Zyklen des malerischen Schaffens von Elisabeth Symon vor sowie einen Ausschnitt ihrer Niederschriften aus Tagebucheintragungen, Briefen und Gedichten.

„Ihre feingliedrig gemalten Bilder – meist kleinformatig – erzählen auf philosophische Weise, in zyklisch aufgereihten Kunstwerken, eine Art rätselhafte Bildersprache von großem Ernst, von Melancholie, vor allem auch von der Fröhlichkeit ihres Herzens“, urteilte die Marburger Malerin Annegrete Henke-Reinarz.

Die späteren Arbeiten bestanden aus Aquarellen, in denen sie ihren eigenständigen Stil in verschiedenen Zyklen entwickelte, und aus Illustrationen literarischer Vorlagen.
Der erste Zyklus beginnt mit Graphiken zum Text „Wanderung auf einem Stern“ in den Jahren 1975 bis 1976. Es folgen ein Zyklus aus Aquarellbildern, entstanden in den Jahren 1984 bis 1989, dann die Illustration zu dem Geschichtszyklus „Die Wanderungen El Raks“ (1987) sowie dem des „Hiob“ (1990). Weitere Zyklen bilden die Aquarellbilder von 1990 bis 1992 sowie die diesen folgende Illustrationen zu „Die Sizilienreise“ und dem Aquarellzyklus von 1994 bis 1996. Die „Bilder in Blau“ entstanden 1989. Ihnen schlossen sich die abstrakten Farbstiftzeichnungen aus den Jahren 2000 bis 2004 an, die durch Karten und Bilder aus den Jahren 2004 bis 2005 ergänzt wurden, der letzten Phase ihres künstlerischen Schaffens.

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